WILLKOMMEN AMBREMDERDAMM

HINTERGRUND

Die Hochstraße Bremer Damm liegt als Knotenpunkt zwischen Linden, der Nordstadt und der Calenberger Neu- stadt. Die darunterliegende Parkfläche ist umgeben von Grünraum, wird von Straßen und Wegen gekreuzt und liegt an der Leine. Während im östlichen Teil viele Wohnwägen und Anhänger die Flächen belegen ist der westliche Abschnitt der Parkfläche kaum ausgelastet. Im Jahr 2012 wurde diese Fläche im Rahmen der „Machbarkeitsstudie Freiluftsporthallen als Teil der Sportraumentwicklungsplanung begutachtet. Laut der Analyse könnte mit der Um- nutzung der Parkplätze der westliche Teilabschnitt öffentlich nutzbar werden. Die Entwicklung einer Aufenthalts- qualität und Infrastruktur kann die Grundbedingungen für einen Begegnungsort und damit einen Mehrwert für die umliegenden Stadtteile erzeugen.

POTenzialE

Die Fläche unter der Hochstraße wird vorwiegend als Park- und Abstellplatz genutzt und bietet keinerlei Aufenthaltsqualitäten, obwohl es in Hannover kaum überdachte Freiräume für eine wetterunabhängige Ausübung von Sportarten oder Kulturangeboten im öffentlichen Raum gibt. Dieser Potenzialraum wurde im Jahr 2021 mit diversen kulturellen und sportlichen Aktivitäten kreativen Beteiligungsformaten aktiviert, um herauszufinden, welches Potenzial temporärer Urbanismus für die Flächengestaltung hat und welche Herausforderungen sich in der Umsetzung ergeben. Diverse kulturelle und sportliche Aktivitäten wurden mit großem Erfolg umgesetzt. Die Ergebnisse der Umfragen und die Aktionen vor Ort gaben Aufschluss über das Potenzial des Ortes. Die Resonanz seitens diverser Vereine, Institutionen, der Verwaltung und der Politik waren durchweg positiv, also gilt es nun im Jahr 2022 erste Schritte zur Verstetigung anzugehen.

Stärken aufgreifen: Nähe zur Universität, Zentrale Lage, Nähe zum Wasser und Grünraum, Knotenpunkt/ Ver- bindungsachse, Überdachung, Keine direkten Anwohnenden, Konsumfrei, Atmosphäre
Schwächen beachten: Reine Parkplatznutzung, Uneinladende Atmosphäre, Schlechte Beleuchtung, Kein Auf- enthaltsqualität, Angstraum, Windig, kaum Mülleimer, Partyort, keine sanitäten Anlagen, kein Stromzugang Potenziale fördern: Viel Potenzialraum, Veranstaltungsraum, Atmosphärische Besonderheit, Vielfalt an Nutzer- gruppen, Vernetzung mit lokalen Angeboten, Aufenthaltsqualität, Nachhaltige Raumnutzung
Risiken vermeiden: Erhöhte Lärmbelastung, Erhöhte Müllmenge, Sonderparkplatznutzungen, Obdachlosig- keit, Gentrifizierung, Vandalismus

ziele

– Schaffung von Aufenthaltsqualität
– Reduktion von Angsträumen
– Kulturelle und sportliche Erschließung der Fläche
– Förderung und Ermöglichung von experimentellen Prozes- sen und die Schaffung niedrigschwelliger Aktionsräume
– Kreative Kooperationen mit lokalen Initiativen, Insitutionen, Vereinen, sportlichen und kulturellen Akteur:innen
– Nutzungsvereinbarung mit dem Land Niedersachsen und der Stadt Hannover

Bausteine der Entwicklung

Im Rahmen des Prozesses wurde eine detaillierte Erfassung der Bedürfnisse unterschiedlicher Nutzungsgruppen durchgeführt, um einen möglichst offenen und einladenden Ort zu entwickeln. Folgende Themen wurden dabei gesammelt.page2image55610944

Müll: Da der Bremer Damm – insb. unabhängig dieser Initiative – regelmäßig genutzt wird und kaum Mülleimer vorhanden ist, bleiben regelmäßig Müll und Scherben zurück. Wenn sich die Nutzenden um den Raum kümmern sollen, dann ist eine entsprechende Infrastruktur essentiell. Vorschlag ist deshalb die Aufstellung von Mülleimern, Kehrblechen und einer Pfandstationen entlang der Unterführung.

Strom: Veranstaltungen sind abhängig vom Zugang zu Strom. Im Prozess war die Belebung abhängig vom Zent- rum für Hochschulsport. Diese Form der Unterstützung ist jedoch für eine Verstetigung keine Option. Vorschlag ist deshalb ein unabhängiger Stromzugang.

Beleuchtung: Für das Sicherheitsgefühl ist die Ausleuchtung entscheidend. Unter dem Bremer Damm sind die Leuchtmittel veraltet und der östliche Abschnitt ist wegen der großen Fahrzeuge besonders dunkel. Hier entsteht ein Angstraum. Vorschlag ist deshalb die moderne und interaktive Überarbeitung der Beleuchtung.

Boden: Das Kopfsteinpflaster im Westen stellte sich im Laufe des Prozesses als Hürde dar. Viele Sportarten und Aktionen sind abhängig von der Beschaffenheit des Bodens. Mobile Objekte ließen sich nur schwer bewegen und Scherben fallen in die Ritzen und stellen eine Gefahr dar. Vorschlag ist deshalb die Begradigung des Bodens.

Lagerraum: Für die Belebung des Raumes mit Veranstaltung ist Planungsbüro und Lagerraum enorm wichtig. Während des Prozesses 2021 wurde ein Wohnwagen dafür eingesetzt, der leider vandalisiert. Vorschlag ist deshalb die Aufstellung eines (brand-)sicheren 20 Fuß Überseecontainers.

Sanitäre Anlagen: Nicht nur am Bremer Damm, sondern auch an weiteren kulturellen Orten in der Umgebung, wie der Dornröschenbrücke, im Georgengarten, Welfengarten, der Limmerstraße etc. führt ein Mangel an öffent- lichen Toiletten zur Verunreinigung von Naturräumen und Privateigentum. Vorschlag ist deshalb die Aufstellung einer städtisch betriebenen sanitären Einrichtung und die Einrichtung eines Trinkwasserspenders.